Leistenbruch 2018-01-15T12:29:21+00:00

LEISTENBRUCH

Leistenbruch oder Leistenhernie

Ursachen und Symptome

Fakten Ursachen/Symptome:

  • Leistenbruch entsteht durch Bindegewebsschwäche oder Druck auf Leistenregion
  • Schmerzen und Schwellung der Leiste
  • Häufige Erkrankung, die meist Männer betrifft
  • Operation ist die einzige Möglichkeit den Leistenbruch zu richten

Der Leistenbruch entsteht einerseits durch einen hohen Druck, der vom Bauchraum auf die Leistenregion ausgeübt wird (Husten, schweres Heben), anderseits ist oft eine Bindegewebsschwäche mitverantwortlich. Gibt das Gewebe nach, so entsteht eine Bruchlücke durch die sich das Bauchfell aussackt. In der Ausstülpung können sich Darmschlingen befinden.

Der Leistenbruch oder die Leistenhernie macht sich primär durch Schmerzen in der Leiste bemerkbar, mit Zunahme des Bruches entsteht eine Schwellung in der Leiste.  Typischerweise verschwindet diese im Liegen wieder, da sich der Inhalt des Bruches wieder in den Bauchraum zurückverlagert.

Der Leistenbruch ist eine sehr häufige Erkrankung, in überwiegender Zahl sind Männer betroffen. Die Gefahr einer Darmeinklemmung ist sehr gering. Kommt es zu einer akut einsetzenden, sehr schmerzhaften Schwellung in der Leiste, so muss der operative Eingriff schnell durchgeführt werden, um eine Schädigung des eingeklemmten Darms zu verhindern.

Die Sanierung eines Leistenbruches ist nur durch eine Operation möglich, die Leistenbruchoperation ist die häufigste Operation weltweit.

Die Diagnose wird am Besten durch die klinische Untersuchung gestellt. Der erfahrene Arzt kann durch die genaue Untersuchung der Leistenregion eine exakte Diagnose stellen, eine Ultraschalluntersuchung ist nur in Ausnahmefällen erforderlich.

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Leistenbruchoperation

Fakten Leistenbruch-OP:

  • Einsatz von Kunststoff-Netzen soll Wiederauftreten des Bruchs verhindern
  • Minimal invasive Operation unter Vollnarkose
  • Operation nach Lichtenstein auch in Lokalanästhesie möglich
  • Wahl der Operationsmethode in Absprache mit dem Arzt

Es stehen verschiedene Operationstechniken zur Verfügung. Im Wesentlichen wird versucht, Brüche spannungsfrei mit Kunststoffnetzen zu versorgen, da durch den Einsatz von Netzen ein Wiederauftreten des Bruches (Rezidiv-Raten) deutlich geringer ist.

Laparoskopische Operation (minimal invasiv)

Hierbei werden am Nabel sowie rechts und links davon zwei kleine Einstiche gemacht. Bei dieser Methode wird der Bruch von innen saniert, indem ein Kunststoffnetz in einer weitgehend nervenfreien Schicht zwischen Bauchfell und Muskulatur platziert wird.

Vorteil ist der geringe postoperative Schmerz, dass der Patient nach einer Woche voll belasten kann, geringe Gefahr des Wiederauftritts und kurzer Spitalsaufenthalt (meist 24 Stunden).

Nachteil: die Operation kann nur in Allgemeinnarkose durchgeführt werden.

Operation durch Leistenschnitt (Lichtenstein)

Hierbei wird über einen Schnitt in der Leistenregion der Bruch dargestellt, der Bruchsack entfernt und anschließend mit einem Netz, das auf der Muskulatur fixiert wird verschlossen.

Vorteil: kann auch in lokaler Anästhesie durchgeführt werden.

Nachteil: postoperative gering höhere Schmerzen als bei der laparoskopischen Operation, und eine Vollbelastung erst nach 14 Tagen.

Sportlerleiste

Fakten Sportlerleiste:

  • Dauerhafter Schmerz in Leistengegend ohne Hernie
  • Untersuchung und Diagnose erfordern viel Erfahrung
  • Konservative Maßnahmen sollten nach 6 Wochen zu Schmerzfreiheit führen
  • Ansonsten minimal invasiver Eingriff, nach einer Woche Training wieder möglich

Unter einer Sportlerleiste versteht man einen dauerhaften Schmerz in der Leistenregion ohne nachweisbare Hernie. Ursache der Schmerzen kann eine Dehnung der Hinterwand des Leistenkanals (damit auch Dehnung von Nervenfasern) oder auch eine Verletzung der Faszie des Muskulus obliquus externus und des Nervus ilioinguinalis sein. Die Untersuchung und richtige Diagnose erfordern viel Erfahrung.

Typischerweise lässt der Schmerz nach, wenn nicht belastet wird. Ein Therapieversuch mit Sportpause, Eisbeutelauflage, Physiotherapie, Manualtherapie und entzündungshemmenden Maßnahmen sollte nach sechs Wochen zur Schmerzfreiheit führen, andernfalls können diese Schmerzen chronisch werden.

Bei Versagen der konservativen Maßnahmen ist die operative Versorgung die zielführendste Maßnahme um Schmerzfreiheit zu erreichen. Im Optimalfall wird die Versorgung laparoskopisch durchgeführt, indem – wie beim Leistenbruch – die Hinterwand der Leiste mit einem Netz laparoskopisch verstärkt wird, da hier eine Netzfixierung mit Kleber immer ausreicht und dadurch kaum operativ verursachte Schmerzen entstehen.

Bereits nach einer Woche kann die Sportlerin oder der Sportler mit dem vollen Training beginnen. Alternativ kann auch hier die offene spannungsfreie Versorgung mit einem Netz erfolgen.

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